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Sicherheit vor Schnelligkeit

»Sofort«-Implantationen versprechen Zähne zum Zubeißen innerhalb weniger Tage. Wer würde angesichts guter Erfolgsaussichten nicht zu dieser schnellen Lösung greifen?

Bei der Sofortbelastung oder Sofortversorgung erhält der Patient das Implantat und den Zahnersatz nicht wie herkömmlich in zwei Sitzungen, sondern in einer. Experten gehen davon aus, dass dabei mehr Zahnfleisch erhalten bleibt, das für die spätere Ästhetik von Bedeutung ist. „Bei Patienten mit entsprechend guter Knochenqualität liegt die Erfolgsquote bei weit über 90 Prozent, vergleichbar mit der bei verzögerter Belastung", sagt Zahnarzt Christian Berger, Präsident des Bundesverbandes der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa e.V. (BDIZEDI).

 

 

ABHÄNGIG VOM KNOCHEN

Möglich wird die unmittelbare Belastung durch speziell geformte und beschichtete Oberflächen der Implanate sowie durch innovative Operationsmethoden. Der Zahnarzt gestaltet eine so genannte »Presspassung«, wobei die Bohrung im Kieferknochen minimal kleiner ist als das Implantat. Die künstliche Zahnwurzel wird regelrecht in den Knochen gepresst. Sie muss so stabil sitzen, dass selbst Kaubewegungen die Einheilung in Knochen und Gewebe nicht beeinflussen. „Dieser Prozess braucht seine Zeit", meint Berger. „Hier unterscheiden sich Sofortversorgung und konventionelle Methode nicht."

Tatsächlich bringen nur wenige Menschen ideale Voraussetzungen für eine Sofortversorgung mit. „Diese plant man nur im hygienisch gesunden Mund mit entsprechendem Knochenangebot", erklärt Berger. Doch selbst dann hält sich der Implantologe aus Kempten in seiner eigenen Praxis immer die Option auf eine Spätversorgung offen, denn „Sicherheit geht vor Schnelligkeit." Risikofaktoren sind starkes Rauchen, manche Allgemeinerkrankungen wie schwere Diabetes mellitus oder die Einnahme bestimmter Medikamente. „Diese Risiken sprechen aber auch gegen eine herkömmliche Implantation", so Berger.

 

 

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Quelle: ZÄHNE UNSER KÖRPER: WAS ZÄHNE ÜBER IHN VERRATEN
Eine Sonderveröffentlichung der Initiative proDente e.V. in der Süddeutschen Zeitung
Bilder: Initiative proDente e.V.