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Nicht zu sehen, kaum zu spüren - die Dritten

Nicht zu sehen, kaum zu spüren – die Dritten von heute

Zahntechnikermeister Ernst Oidtmann, Neuss

„Ein Lächeln ist die schönste Art, die Zähne zu zeigen.“ Diese Redensart zeigt: Zähne sind nicht nur zum Kauen da. Sie symbolisieren Kraft und Vitalität. Niemand möchte von sich hören, er habe keinen Biss. Wenn Zähne zu ersetzen sind, spielen deshalb auch immer diese weiteren Funktionen eine wichtige Rolle. Zahnersatz ist Vertrauenssache!
Das zeigt sich auch daran, dass Zahnarzt und Zahntechniker partnerschaftlich Hand in Hand arbeiten. Dem Zahntechniker obliegt dabei die technische Herstellung des Zahnersatzes. Er arbeitet nach den Unterlagen, die ihm der Zahnarzt zur Verfügung stellt. Je mehr Informationen er dabei erhält, umso besser kann er seine Aufgabe erfüllen. Ein großer Nachteil dieses klassischen Vorgehens besteht darin, dass der Zahntechniker häufig den Patienten überhaupt nicht persönlich sieht. Für eine patientenbezogene und individuelle Gestaltung des Zahnersatzes ist dies jedoch ungünstig. Je mehr Zähne ersetzt werden und je mehr die ersetzten Zähne beim Sprechen oder Lachen sichtbar werden, umso deutlicher kommt dieses Problem zum Tragen. So tritt es naturgemäß besonders bei der Herstellung von totalem Zahnersatz auf, übrigens unabhängig davon, ob der totale Zahnersatz in Form von Totalprothesen ausschließlich auf den zahnlosen Kieferkämmen gelagert wird, oder ob es sich um eine so genannte Deckprothese zum Ersatz aller Zähne handelt, die von Implantaten oder noch eigenen Zähnen unterstützt wird.

Gesichtsausdruck ist wichtig für die optimale Gestaltung des Zahnersatzes

Die zahlreichen Informationen, die der Zahntechniker für die Gestaltung von totalem Zahnersatz benötigt, kann er nur im direkten Kontakt mit dem Patienten gewinnen. Das geht über Grundfragen wie etwa die Auswahl einer altersgemäßen Zahnform oder Zahnfarbe weit heraus. So ist es sehr wichtig, dass totaler Zahnersatz in das funktionelle Gleichgewicht von Kaumuskulatur, mimischer Muskulatur und Zunge integriert wird. Dies bedeutet, dass der funktionell-prothetische Raum, der für den Zahnersatz zur Verfügung steht, analysiert und dementsprechend genutzt werden muss. Die Arbeitsgeräte (Artikulator1) der Zahntechniker lassen keinen Rückschluss auf die Statur des Kopfes zu. Um den Gesichtsausdruck, die Physiognomie, zu erkennen, ist der Kontakt zum Patienten die einzige Möglichkeit, Fehler zu vermeiden. Totaler Zahnersatz soll das Erscheinungsbild des Patienten, also seine Physiognomie, seine Aussprache und natürlich seine Kaufähigkeit wieder herstellen. Der Zahntechniker ist damit zwangsläufig und gleichberechtigt mit dem Zahnarzt in die Planung von Zahnersatz eingebunden.

 

  • Zahntechnische Aufgaben sind dieAnalyse der Schädel bezüglich in einem Artikulator(1) montierten Modelle des zahnlosen Ober- und Unterkiefers. Analyse des vorhandenen Zahnersatzes zu den Wünschen und Vorstellungen des Patienten für den neuen Zahnersatz,
  • die zahntechnische Diagnose der Situation, durch Zuordnung zu der Gebissklassifizierung
  • die zahntechnische Planung des Zahnersatzes
  • und seine zahntechnische Realisierung.

 

Wer nicht plant, plant den Misserfolg!

Natürlich müssen die künstlichen Zähne so angeordnet werden, dass die Prothesen kaustabil sind, sich also beim Kauen nicht vom Kiefer abheben. Besonders die beim Sprechen und Lachen sichtbaren Zähne müssen so angeordnet werden, dass sie die durch den Zahnverlust eingefallenen Lippen und teilweise auch die Wangen unterstützen. Dabei berücksichtigt der Zahntechniker besonders die Lage des Oberkiefers zum Unterkiefer, die von Patient zu Patient variiert und er kontrolliert neben dem Lippenbild, also der Physiognomie, auch die Aussprache des Patienten. Eine Anordnung der Zähne, welche neben der Kaufunktion auch die Physiognomie und die Sprache des Patienten unterstützt, ist eine notwendige Voraussetzung für die Wiederherstellung von Funktion, Ästhetik, Lebensfreude und Menschenwürde!

Dies alles bedingt, dass Zahnarzt und Zahntechniker in möglichst engem und vertrauensvollem Kontakt stehen müssen. Der ortsansässige Zahntechnikermeister ist hierbei aus den oben angeführten Gründen einem räumlich weit entfernten zahntechnischen Labor deutlich überlegen.

(1) Dazu vermisst der Zahnarzt die Kiefer des Patienten, sowie deren Lage zum Kiefergelenk, damit der Zahntechniker die Kiefermodelle lagerichtig in einen so genannten Artikulator einbauen kann. Ein Artikulator ist ein Gerät, mit welchem die Kieferbewegungen des Patienten nachgeahmt werden können.

Abbildungen: Die Dritten von heute!


(Quellenangabe für alle Fotos: Kuratorium perfekter Zahnersatz / ZTM Ernst Oidtmann)

 

Abb. 1: Sprachgeführte Frontzahnaufstellung mit Patient


Abb. 2: Nicht zu sehen, heißt:
Die Zähne sind nicht als Zahnersatz zu erkennen, aber man sieht die Zähne!
Abb. 3: Kaum zu spüren, heißt:
Gesichtsausdruck, Mimik, Gestik, Sprache und Nahrungsaufnahme sind nicht beeinträchtigt!

 

Korrespondenzadresse
Herrn ZTM Ernst Oidtmann
Neusser-Straße 14
40667 Neuss

Quelle: Zahnersatz aktuell - Informationen des Kuratoriums perfekter Zahnersatz

Weitere Informationen:
Wer Biss hat, bleibt jung - Wissenswertes