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Sieben Generationen Dentalhistorie

Vulkanisierkessel in zwei verschiedenen Ausführungen von der Firma Brinzer Leipzig um 1900

Sieben Generationen Dentalhistorie unter einem Dach
In Zschadraß wird der Geschichte auf den Zahn gefühlt

(07. Juli 2016) – Mit dem Dentalhistorischen Museum in Zschadraß, gelegen auf einem Parkgelände des Schlosses Colditz in der Mitte der drei Städte Leipzig, Dresden und Chemnitz, auf dem höchsten Punkt des Muldentalkreises, dem Zschadraßer Berg, hat sich der Zahntechniker Andreas Haesler mit Leidenschaft dem Aufbau eines einzigartigen Museums verschrieben.

Die Museumsgeschichte begann 1990 mit der Übernahme eines Dentallabors aus Grimma (Sachsen). Manches Fundstück stammte noch aus Vorkriegszeiten, wie z. B. ein umgebauter Vulkanisierkessel und viele altertümliche Instrumente. Über die Jahre brachten Kollegen, Vertreter und Zahnärzte immer mehr museale Stücke mit. Die Idee, diesen historischen Schatz der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, nahm ihren Lauf. Die Entscheidung über einen möglichen Standort war zügig getroffen. Im Kanzleihaus des Schlosses Colditz wurde schon im September 2000 auf bereits 250 Quadratmetern die Eröffnung des Museums gefeiert. Nach einer ersten Fachveröffentlichung ließ sich die Entwicklung bis zum heutigen Tage nicht mehr anhalten. Immer mehr Materialien und Ideen zogen in die Räumlichkeiten ein, sodass in jedem Jahr eine neue Ausstellungsetage hinzukam.

Im Jahr 2001 begann der Aufbau der „Bibliotheca Dentaria“, die heute schon mehr als 170 kleine und große Bibliotheken aus ganz Deutschland umfasst. Im Fundus enthalten sind beispielsweise Originalchroniken, über 10.000 Habilitationsschriften, viele weitere schriftliche Arbeiten aus der Zahnheilkunde ab 1919, Urkunden, und unveröffentlichte Manuskripte. Von den über 30.000 Büchern stammt das älteste aus dem Jahre 1716, eine einzelne Buchseite von 1488.

Sehr anschaulich dargestellt bekommt man Einblick in den Berufsalltag des Dentisten zu Zeiten des 19ten Jahrhunderts. Behandlungsstühle und Instrumente lassen auf zahnmedizinische Praktiken aus vergangenen Tagen schließen. Da ist man froh, dass einige der damaligen Methoden der Vergangenheit angehören. Hier entdeckt man medizinische Instrumente, mit denen vor 1800 Jahren Zahnschmerzen behandelt wurden sowie Mundhygieneartikel, die von Prophylaxemethoden von vor 2000 Jahren zeugen. Zu den absoluten Highlights dieses Sammelsuriums an faszinierenden Instrumenten gehört ein historischer Artikulator von 1860 und eine der großen Erfindungen von 1871, eine Tretbohrmaschine nach Morrison.

Für die vielen fachfremden Besucher des Museums wurde die Konzeption des Museums sorgfältig angepasst. Auf teils amüsante und trotzdem wissenschaftlich anschauliche Weise wird dargestellt, was die Geschichte der Dentalmedizin in Deutschland und auch aus Übersee zu bieten hat.

Lassen Sie sich begeistern und verleiten zu einem Besuch in diesem einzigartige Museum. Ein geplantes Technikum und ein Gästehaus werden das Museumsensemble auf dem 10.800 m⊃2; großen Parkgelände stilvoll abrunden.

Fühlen Sie sich Herzlich Willkommen im Dentalhistorischen Museum in Zschadraß!

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr, Termine nach Vereinbarung sind möglich. Ansprechpartner: Andreas Haesler, Im Park 9b, 04680 Colditz OT Zschadraß; Telefon 034381 189506 oder 0174 3261161

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte: www.dentalmuseum.eu

 

Artikulator und Kautschukzahnersatz aus der Anfangszeit um 1860, beides ist schon für sich Einzigartig.

 

Vulkanisierkessel in zwei verschiedenen Ausführungen von der Firma Brinzer Leipzig um 1900

 

 

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