*

Sie sind hier:  >>> Über uns  >>> Chronik 

In Berlin wurde der Grundstein gelegt ...

Um das Entfernen bzw. den Ersatz von Zähnen kümmerten sich früher Menschen unterschiedlichster Profession: Chirurgen und Wundärzte, Bader und Barbiere, später auch Goldschmiede, Instrumentenmacher und Feinmechaniker. Mitte des 19. Jahrhunderts erhielten die „Verfertiger künstlicher Zähne und Gebisse“ das Recht, sich „ Zahnkünstler“ zu nennen.

Einen bedeutenden Aufschwung und die Anfänge der organisatorischen Verselbstständigung erlebte in jener Zeit der sich entwickelnde Zahntechniker-Stand mit Einführung der sogenannten „Kurierfreiheit“ ab 1869. Nunmehr standen die medizinischen Professionen prinzipiell jedem Gewerbetreibenden offen.
Unter dem verschärften Druck der bereits besser organisierten Zahnärzteschaft, die sich gegen die zunehmende Etablierung der nicht approbierten „Zahnbehandler“ vehement wehrte, begannen sich die Zahnkünstler gegen Ende der 70er Jahre standespolitisch zu organisieren.

Neben Hamburg und Dresden war es vor allem Berlin, wo Zahnkünstler bereits 1874 erste Interessenorganisationen bildeten. Nachdem im Februar 1880 mit dem „Verein der Zahnkünstler Berlins“ eine der ersten Landesorganisationen entstand, wurde gut einen Monat später ebenfalls in Berlin am 28. März mit dem „Verein deutscher Zahnkünstler“ die erste reichsweite Zahntechniker-Interessenvertretung gegründet.

Höhepunkt verstärkter Organisationsbestrebungen und gleichzeitig eigentlicher Beginn der Innungsgeschichte war die Umwandlung des „Berliner Zahnkünstler-Vereins“ im Jahre 1884 zur ersten Innung des Zahntechniker-Standes. Die Gründung der „Berliner Zahnkünstler-Innung“ brachte - wie von ihren Mitgliedern erhofft - neben größerer Rechtssicherheit bei der Gewerbeausübung vor allem die für die weitere Etablierung der Zahntechnik - Profession entscheidende behördliche Anerkennung und Förderung ihrer Ausbildung.

Von weit in die Zukunft weisender Bedeutung war jedoch besonders, dass vor 120 Jahren in Berlin mit dieser ersten Innungsgründung auch für den Zahntechniker - Stand die INNUNG als gemeinschaftliche Organisationsform des Handwerks ihre Geburtsstunde erlebte. Mit diesem Schritt wurde zugleich der Grundstein gelegt für die Entwicklung des Zahntechniker-Standes zu einem modernen, selbstständigen und höchst leistungsfähigen Gesundheitshandwerk in unserer Zeit.

 

 

Diese Seite drucken