Metalle im Mund? Warum nicht - aber welche?

Metalle finden schon seit 4000 Jahren Anwendung im Munde. Schon im alten Ägypten wurden Ersatzzähne, meist aus Tierzähnen oder aber auch die eigenen, wenn sie herausgefallen waren, mit Golddrähten oder Goldbändern am Restgebiß befestigt. Gold war in der Antike der beliebteste und weltweit am meisten verbreitete Werkstoff nicht nur für Schmuck, sondern auch für Körperersatzteile.- Reines Gold zeichnet sich aber nicht nur durch seine leichte Verarbeitbarkeit, sondern besonders durch seine Korrosionsfestigkeit und seine angenehme Farbe aus. Es ist geschmacksneutral und läßt sich leicht mit anderen Metallen "vermengen". Wir Zahntechniker sprechen dann von Goldlegierungen. Hierbei wird dem Feingold ein bestimmter Anteil an edlen oder unedlen Metallen beigefügt, so daß Metall-Verbindungen entstehen mit neuen Eigenschaften, um Vollgoldkronen, Teleskope, Inlays oder auch mit Kunststoff oder Porzellan verblendete Brücken herzustellen.
Je nach prozentualem Anteil der Beimengung sprechen wir dann von

-hochgoldhaltigen Gußlegierungen
-edelmetallreduzierten Gußlegierung
oder
sie unterscheiden sich nach ihren Einsatzgebieten, ihrer Farbe und auch im Preis. Hochgoldhaltige Legierungen schwanken zwischen 29 und 39 DM pro Gramm, je nach Indikationsgebiet, reduzierte Legierungen liegen zwischen 25 und 29 DM/g. Maßgeblich für den Preis ist immer der internationale Goldpreis, bzw. der Tagespreis der Goldscheideanstalten. Ihr Zahntechniker hält eine große Palette an Legierungssorten für Sie bereit, Sie wählen nur eine der beiden Gruppen aus und können sich dann auf seine Erfahrung verlassen, die für Ihren Zahnersatz geeignetste Legierung zu verwenden.

Doch neben den Edelmetall-Legierungen gibt es auch noch eine Reihe weiterer "Metall-Kompositionen".
Zum Beispiel die große Gruppe der Palladium-Basis-Legierungen. Diese Legierungen haben meist keinen oder nur einen sehr geringen Anteil an Gold, dafür hohe Anteile an Palladium und z.T. an Silber.

Die bis vor wenigen Jahren noch gebräuchlichen und von den gesetzlichen Krankenkassen propagierten Palladium-Kupfer-Legierungen sollen nach Maßgabe des Bundesgesundheitsministeriums nicht mehr zur Anwendung kommen.
Palladium-Basis-Legierungen sind grundsätzlich für alle Versorgungsformen geeignet, ihre Farbe ist weiß bzw. silberfarben und der Preis liegt zwischen 22 und 24 DM pro Gramm.

Ein zweite Gruppe umfaßt die Nicht-Edelmetall-Legierungen; diese enthalten, wie der Name schon sagt, kein Edelmetall. Sie sind sehr hart, in der Farbe weiß bzw. silberfarben und eignen sich nur bedingt für alle Versorgungsformen. Bei Nichtedelmetallen wird der Materialpreis nicht nach verarbeitetem Gewicht berechnet, sondern je hergestellter Einheit, z. B. Krone, Brückenglied, Innenteleskop, Außenteleskop ect. mit 10 Euro festgesetzt. In diese Gruppe fallen auch die für einfachen, herausnehmbaren Zahnersatz gebräuchlichen Dental-Drähte zur Herstellung von Klammern. Diese sind oftmals nickel- und eisenhaltig!